Uli Sigg, Schweizer Unternehmer, Diplomat und Sammler, gilt weithin als einer der führendsten Förderer der zeitgenössischen chinesischen Kunst. Sein Engagement für China begann Ende der 1970er Jahre, zunächst als Geschäftsmann, der das erste ausländische Unternehmen in China gründete, bevor er in den 1990er Jahren als Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft in China, der Mongolei und Nordkorea tätig war. Während dieser Zeit knüpfte Sigg enge Beziehungen zu den jungen Künstlern der aufstrebenden chinesischen Avantgarde und sammelte ihre Werke zu einer Zeit, als die zeitgenössische chinesische Kunst noch keine lokale und globale Anerkennung gefunden hatte. Darüber hinaus spielte er eine Schlüsselrolle bei der Förderung des kritischen Diskurses über zeitgenössische Kunst, indem er 1997 den Chinese Contemporary Art Awards (CCAA, seit 2019 SIGG PRIZE) und 2007 den CCAA Art Critic Award ins Leben rief, die beide bis heute das Feld prägen. Seine Bemühungen förderten und bewahrten nicht nur Werke des künstlerischen Wandels in China, sondern schufen auch die Grundlage für wissenschaftliche Forschung und institutionelles Engagement im Bereich der zeitgenössischen chinesischen Kunst in China und weltweit. Im Jahr 2012 schenkte Sigg dem M+, dem führenden Museum für zeitgenössische visuelle Kultur in Hongkong (entworfen von Herzog & de Meuron, eröffnet 2021), über 1.400 Werke aus seiner Sammlung. Diese Schenkung ist nach wie vor die umfassendste Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst und dient als wichtige Quelle für das Verständnis der künstlerischen Entwicklungen in China seit dem späten 20. Jahrhundert. Uli Sigg engagiert sich bis heute aktiv für chinesische Kunst.